Leonardo Gerig
Sono corvi, visti da lontano / Raben, in der Ferne

Zum Inhalt

Die Gedichte von Leonardo Gerig laden uns ein, die Dinge poetisch zu umfassen und sie so auf neue Weise zu erfassen. Protagonistin ist häufig die Natur, vom lyrischen Ich, dem Betrachter aus beschrieben. Es ist dies eine Lyrik, die auf Kontemplation und Sichversenken fusst und so eine zeitlose Note hat. Es schreibt ein Dichter, der genau hinschaut und seine Bilder abstrakt zusammenfasst. Und es schreibt ein Dichter, der seine Gedanken nicht nur in Lyrik verdichtet, sondern sie auch in Farben verwandelt. Leonardo Gerig schreibt und malt. Eines seiner poetischen Bilder lädt zu seinem neuen Gedichtband ein; einige weitere runden den Textteil im Buchinnern ab. Auch die Bilder strahlen Ruhe und etwas Abgehobenes aus und auch sie sind eine Reise in eine ideale Gegend mit dem Blick in die Weite. Selten wird der Mensch als bildhafte Figur sichtbar in Gerigs Poesie. Meistens bleiben seine Gedichte poetische Beobachtungen eines akkuraten Betrachters, der sich in einer vorwiegend menschenleeren und dennoch nicht einsamen Welt bewegt. Wir lesen hier die Poesie eines stillen Wanderers und eines heutigen Mystikers, eines, der nicht versucht, die Welt zu verändern, eines dichtenden Blues-Sängers, der seine Lieder andeutet und auf das Ineinanderfliessen zweier Farben hin konzentriert: Nämlich auf die Synthese von Blau und Grün, wo am Horizont Wasserspiegel und Himmelsnaht zu einem Band geflochten sind.