Leonardo Gerig (*1941 )

Foto: Yvonne Böhler

Leben und Werk

Aufgewachsen im Bergell. Lehrerseminar in Chur, danach Studium der Romanistik (Italienisch und Französisch) und der vergleichenden Literaturwissenschaft an den Universitäten Zürich, Florenz und Genf, mit Lizenziat 1972. Mittelschullehrer für Italienisch und Französisch in Zürich, Baden und Chur. Von 1974-2006 Professor an der Kantonsschule Chur für Italienisch und Französisch. Mitarbeiter der «Quaderni grigionitaliani». Übersetzertätigkeit. Mitgliedschaft in verschiedenen kulturellen kantonalen und schweizerischen Kommissionen. Leonardo Gerigs Lyrik erschien bisher in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften. Seine Bilder wurden in einer umfassenden Ausstellung im Jahre 2003 in San Bernardino gezeigt. Leonardo Gerig arbeitet und lebt heute in Lugano.


Leonardo Gerig
Sono corvi, visti da lontano / Raben, in der Ferne
Poesie / Gedichte
Italiano / Deutsch
Bilder von Leonardo Gerig
Deutsch und mit einem Nachwort von Mevina Puorger
editionmevinapuorger Zürich 2010

Textbeispiel

Villaggio

Dei tetti il grigio
si perde nel verde fiorito
sui colli
quando l'ultima macchia
ad un tempo vermiglia e nascosta
nel cielo di vetro sommerge.

Si apre una via
il vivido pulviscolo
di campo
nelle ombre precoci.

Cela la notte
e confonde.


Dorf

Das Grau der Dächer
verwebt sich im blühenden
Grün und im Bühl, ein
äusserstes Rot -
einmal versteckt
versinkt in einem gläsernen Himmel.

Die Staubwolke
bahnt sich einen Weg
im Acker durch
vorzeitige Schatten.

Verhüllend
verschmelzende Nacht.


in: Leonardo Gerig
Sono corvi, visti da lontano / Raben, in der Ferne
Deutsch von Mevina Puorger